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Verbote in Nationalparks

Wie baut man eine Highline, Technik, Equipment?

Moderators: steilwandtaucher, eisenfinger

Re: Verbote in Nationalparks

Postby seflue » 18.05.2010, 21:55

@Fluid Flo: Naja, für die Naturschutzdiskussion hast du doch diesen Thread aufgemacht. Muß sich ja nicht unbedingt auf Highlines beschränken (auch wenns hier das Highline-Forum ist).

Was die Buchen-Umzieherei angeht, so frag ich dich: Was richtet mehr Schaden an der Natur an? Das Umziehen des alten Baumes (der für mich auch mit zur Natur gehört), inklusive des Vordringens mit schwerem Gerät zu dieser Stelle oder die paar Hanseln, die im Jahr vielleicht mal diesen Weg entlanglaufen? Was kann der Baum dafür, daß er ausgerechnet an einem Pfad steht, der der Nationalparkverwaltung ein Dorn im Auge ist?

Mal ehrlich, die Pfade, die mit diesen Mitteln gesperrt werden, werden sowieso nur von ein paar Einheimischen gegangen. Und welchen Schaden richtet es denn an, wenn man als Mensch einfach nur auf einem vorhandenen hundert Jahre alten Pfad durch den Wald geht? Eine Rotte Wildschweine ist in der Lage den Wald umzupflügen (und tut es auch), dagegen ist ein Pfad, den aller paar Tage bis Wochen vielleicht mal ein Mensch langgegangen kommt einfach mal überhaupt kein Schaden für die Natur.
Dieses "Natur natur sein lassen" ist ein Euphemismus für "Mensch aus der Natur herausschützen". Auch der Mensch, der durch die Natur wandert, läßt die Natur natur sein, man muß ihn dafür nicht zwanghaft aussperren. Wir reden hier wiegesagt von Wegen, die ohnehin nur Geheimtipps sind und von sehr wenigen gegangen werden (dafür sind sie zu weit von den Touristenstraßen entfernt). Aber wenn der Forst mal wieder meint, auf dem Großen Winterberg mit dem Harvester in den Wald pflügen zu müssen, ist das plötzlich überhaupt kein Problem ...

Um mal zu verstehen, wessen Geistes Kind die Nationalparkverwaltung ist, hier mal ein Link zur Seite des Kartographen Rolf Böhm (der die berühmten Karten von der Sächsischen Schweiz gezeichnet hat): http://www.boehmwanderkarten.de/neuigkeiten/is_neu.html.
Dazu mal runterskrollen zur News "Nationalparkverwaltung ruft zum [CENSORED] meiner Karten auf". Da kann sich jeder selbst ein Bild machen und für sich entscheiden, ob das noch normal ist, was der Nationalparkgedanke hier für merkwürdige Blüten treibt. Dazu vielleicht auch noch ein zweiter Link zu Arndt Noaks Wanderblog, der das ganze Hickhack auch ein wenig dokumentiert.

Was die Highlinerei angeht, teile ich voll und ganz Stefans Meinung: Low Profile, Ärger aus dem Weg gehen, sorgsames Abwägen zwischen den eigenen Interessen und den der anderen beiden Parteien (SBB, Nationalpark), damit uns das Highlinen hier noch lange einigermaßen unbehelligt möglich ist.

Aber ich mußte mir angesichts von Fluid Flos Naturschutz-Aussagen mal den Ärger über die Nationalparkverwaltung bzgl. Wanderwegsperrpolitik von der Seele schreiben.
Die Bäume sind der Grundpfeiler unseres Sports - für uns Slackliner ist ihre Unversehrtheit daher essenziell.
Darum verwendet immer Baumschutz!

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seflue
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Re: Verbote in Nationalparks

Postby Fluid Flo » 19.05.2010, 10:45

Hi!

Bei wenig frequentierten Wegen gebe ich Dir Recht: auch ich sehe keinen großen Unterschied zwischen ein paar Einheimischen und Wildschweinen :D
(Sorry, die zweideutige Formulierung konnte ich mir nicht verkneifen - soll wirklich nur ein Gag sein soll, bitte nicht falsch verstehen.) Ich meine natürlich wie Du bezogen auf die negativen Auswirkungen für die Natur - fast keine oder sogar keine. Ich bin auch der Meinung, dass die Einschränkung (oder in vielen Wald-Naturschutzgebieten besser vollständige Unterlassung) der Fortwirtschaft wichtiger wäre - aber wie Du auch schon schreibst: wenn da wieder finanzielle Interessen dahinterstehen, dann können selbst die nochso militanten Naturschützer sich erfolglos die Zähne ausbeißen. Aber zum Glück sind die Kernzonen nach internationalem Recht als Prozessschutz definiert, so dass hier die Forstwirtschaft unterlassen werden muss (bis auf höchstens ein klein bischen Waldumbau, der der Herstellung naturnaher Waldbestände dient).

Wenn es aber um stärker frequentierte Wege geht, die in störungsempfindlichen Bereichen liegen, dann kann ich das Umziehen eines Baumes (auch wenn mir das Umziehen selbst bestimmt nicht gefällt) verkraften - so hatten wir das auch im Hainich. Denn größere und lärmende Besuchermengen, die mit Müll um sich werfen, sind schon fieser als ein paar wenige ruhige Wanderer oder Wildschweine. Denke, dass eine solche Beruhigung für die Natur in dem Gebiet mehr positives bringt als das Umziehen eines Baumes negatives. Aber diese großen Wege zu sperren zu wollen würde sich die Nationalparkverwaltung bestimmt nicht trauen, nicht durchbekommen und es wäre auch nicht sinnvoll. Denn die Menschen sollen ja an die Natur herangeführt werden bzw. sich nicht noch weiter von ihr entfremden - sonst ist zwar dieses Gebiet kleinflächig geschützt, aber es gibt keine Menschen, die Natur kennen. Und so weicht die Nationalparkverwaltung wohl auf die Sperrung der kleinen Wege (oder auch mittleren - so gut kenne ich mich bei euch nicht aus) aus um überhaupt noch Bereiche beruhigen zu können - auch wenn die Beruhigung dann nur wenig beruhigend ist. :D Wow heute habe ich einen Hang zur Zweideutigkeit!

Danke für die Links! Werde ich mir zu Gemüte führen - muss jetzt aber leider erstmal schaffen.

Aber ich denke wir nähern uns in unserer Diskussion schon an.

Grüße,
Flo
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