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Baum Highline Aufbauen

Wie baut man eine Highline, Technik, Equipment?

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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby seflue » 26.03.2009, 17:25

@MaxBär: Da hab ich aber schon anderes gesehen. Eigentlich sämtliche kaputten Alukarabiner, die Pit Schubert in seinen Artikeln und Büchern erwähnt bzw. abgebildet hat, sind gebrochen. Mir selbst ist zum Glück noch kein Karabiner gebrochen, aber andere Slackliner haben auch schon vom Karabinerbruch berichtet.

Hast du dir das zum Bild zugehörige PDF mal durchgelesen?
http://www.bergrettung-schoppernau.at/upload/file_101_3392.pdf

Da wird das, was ich zu HMS-Karabinern geschrieben habe, bestätigt. Daß es den Karabiner aufbiegt, liegt an der Testumgebung: Man belastet im Prüfstand den Karabiner langsam immer mehr bis zum Versagen. Wenn der Lastimpuls aber plötzlich kommt, biegt es dir das Alu nicht gemütlich auf, es bricht einfach.

Als Befestigung am Baum sind Karabiner gänzlich ungeeignet, da sie nicht für trianguläre Belastung ausgelegt sind. Auch D-Karabiner. Bei 'ner kleinen Trickline mag das noch nicht so tragisch sein, bei Longlines wäre ich deutlich vorsichtiger.
Ich verwende in Longlines grundsätzlich nur Schäkel als Verbindungsmittel im Hauptlastpfad. Im Flaschenzug bei einem Fünftel Belastung nur ovale Stahlkarabiner. Und die stehen anständig unter Last, der Millimeter Spiel im Schnapper geht auch schon bei 50-Meter-Longlines komplett zu (Schnapper-Offen-Belastung überschritten). Und das ist wiegesagt nur ein Fünftel der Belastung auf dem Hauptlaststrang (also was dein Karabiner am Baum zu halten hat). Und jetzt guck nochmal im verlinkten PDF, wann ein HMS bei triangulärer Belastung bricht - richtig, 7kN. Ganz dünnes Eis!

Paß auf dich auf, nicht daß du irgendwann mal deine Ratsche im Rücken stecken hast - die eitert ganz schlecht raus.
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seflue
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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby Milchkuh » 26.03.2009, 17:40

also hab ich das jetzt richtig verstanden??, du bindest dich in den ringen und im gurt ein??
Ich brauch kein Glück-Ich bin Sonntagskind
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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby seflue » 26.03.2009, 17:43

Ja, wie sonst? Die Ringe sind an der Leine und du mußt ein Seilstück (die Leash) zwischen dir (deinem Gurt) und den Ringen befestigen. Also knotest du ein Ende an die Ringe, das andere an deinen Gurt.
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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby Rodeck » 26.03.2009, 20:17

möchte hier niemanden angreifen, aber ich bin gerade erschreckt, dass einige Leute hier Ansichten posten, die ich schon fast als gefährlich ansehe, wenn ein Anfänger das liest und sich voreilig dran hält.

Ich hab auch noch nicht so ein Ding gebaut, aber viel gelesen. Jeder der sich damit ernsthaft beschäftigt sollte eigentlich wissen, dass Alu Allgemein schlecht ist beim Slacken und v.a. an der Leash die HMS Lebensgefährlich sein können. Aber danke Seflue dass du hier so aktive Aufklärung betreibst...

Naja ich werde mir bei der nächsten Slackliner.de bestellung (kumpel will ne Line) nochmals so fette Schäkel mitbestellen. Hab die sonst noch nirgens so günstig gesehen.
Schützt du das Seil eigentlich irgendwie im Schäkel noch? Oder wären generell Edelstahl Schäkel besser für das Redundanz-Seil?

Noch was zum Thema Stahlring. Gab ja noch den Diskussionspunkt dass man beim Achter eine Trennung von Line und Leash hat --> kann sich nciht durchschneiden.
Haben sich da jetzt irgenwelche Erkenntnisse gebildet, oder ist es immer noch ein Glaubenskrieg, wobei man annehmen kann das Ringe voll in Ordnung sind.`?
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. (Albert Einstein)
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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby seflue » 26.03.2009, 21:07

@Rodeck:

Bezüglich Achter vs. Ringe würd ich sagen: Glaubenskrieg. ;) Die einen sagen: Ring ist besser, da keine Unwuchten. Die anderen sagen: Achter ist besser, da Trennung von Leash und Leine. Wenn du mich fragst: Großartig beschädigt kriegst du die Leash nicht in einem Ring, da es sich ja um ein Kernmantelseil handelt. Da du keine Unwucht drin hast, kann es auch nicht passieren, daß sich die Leash um die Leine wickelt. Beim Achter ist das nicht ganz ausgeschlossen, da die kleine Öse wie eine Schwungmasse um die Leine drumherumrotieren kann. Allerdings muß sie dafür auch erstmal den nötigen Impuls kriegen und das halte ich für eher unwahrscheinlich. Habs mit Achter aber auch noch nicht ausprobiert. Allgemein sieht man die Ringe mittlerweile immer häufiger - in den USA haben sie sich durchgesetzt.

Der HMS-Karabiner ist für eine Highline-Leash nicht das Optimum und birgt Gefahren (s.o.), wird aber immer noch ziemlich oft verwendet. Wirklich lebensgefährlich ist er aber bei Longline-Aufbauten - da hat er nichts drin zu suchen und auch sonst keine Alukarabiner als tragende Elemente - im Hauptlastpfad gar keine Karabiner! Denn hier sind sie (im Gegensatz zur Highline-Leash) dauerhaft sehr großer Belastung ausgesetzt und dafür sind die Dinger einfach nicht ausgelegt.

Edelstahlschäkel brauchst du eigentlich nur dort, wo Band entweder unter Last drübergezogen wird oder wo Band unter hoher Belastung mit Linelocker angeschlagen ist. Für beides gibt es die Alternative, es an der Bolzenseite von verzinkten Schäkeln zum machen. Bei ersterem mußt du darauf achten, daß die Zugrichtung die Bolzen zuschraubt (und nicht aufschraubt), du aber 'ne Zange dabei hast, um sie hinterher wieder aufzubekommen. ;) Bei letzterem muß der Linelocker hinreichend groß sein, daß er sauber über beiden Schäkelösen liegt und nicht schiefzieht. Wenn es nur ums Festbinden von Kernmantelseil geht, reicht ein normaler Schäkel völlig zu. Erstens hast du nicht die krasse Belastung auf einzelne Fasern wie beim Band, zweitens beeinträchtigen ein paar kaputte Fasern nicht die Tragfähigkeit des Seils (der Mantel dient nur zum Schutz, das tragende Element ist der Kern).
Edelstahlschäkel sind teuer. Rechne mal den dreifachen Preis eines normalen verzinkten Schäkels. Letztere gibt es günstig bei jedem Zurrgurthersteller. Allerdings ist das nicht viel günstiger als beim Slackliner. Wenn du also nix derartiges in der Nähe hast, kannste die auch gleich hier mit bestellen.
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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby slacky » 26.03.2009, 21:09

harte Stürze in eine Selbstsicherung können auch ohne Versagen des Karabiners zu bösen Wirbelsäulenverletzungen führen (viel zu geringe Dehnung im Material einer Selbstsicherungsschlinge)

@seflue
Wenn du in eine Slackline stürzt dann federt Line den Sturz ab. Deine 2m Kletterseil haben im Vergleich zur Line eine sehr kleine Dehnung.

Bei den beiden Karabinern die ich hier gepostet habe, kann eine Querbelastung gar nicht auftreten. Und wenn du schon mal einen Klettersteigkarabiner (unbenutzt) in der Hand gehabt hast, wirst du merken dass es da nichts gibt was eine Slackline beschädigen könnte. Auch der Karabiner von DMM kann die Leine nicht beschädigen, die Verriegelung ist vollständig abgedeckt.

Ein HMS-Karabiner wird bei einem Sturz beim slacklinen oder beim Klettern sicher nicht brechen oder sich verformen. Die, die Karabiner testen werden sich schon was dabei denken, wie sie die testen.

Das mit den Aufhängeringen war ja auch nur ein Beispiel, das die für eine Leash zu schwer sind ist ja klar.

Zu den Ringen: Wäre schon wenn du mir mal sagen könntest wo du deine Ringe herbekommst. Ich hab sowas zwar schon mal gesehen, weiß aber nicht mehr wo. Das Problem bei den Ringen ist, das die, die man hier sieht, eher nach billigen Ringen aus den Baumarkt ausschauen und nicht nach Ringen mit Bruchlasten über 40kn.

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Re: Baum Highline Aufbauen

Postby seflue » 26.03.2009, 21:31

@slacky: Der harte Sturz bezog sich auf eine normale Selbstsicherung beim Klettern (typsiches Anwendungsgebiet eines HMS-Karabiners, wo man aber nicht unkontrolliert reinkacheln sollte. Klar federt bei einem Leashfall die Leine die Sturzenergie ab - solange sie ganz bleibt (was der Normalfall sein sollte).

Was die Bruchlasten der HMS-Karabiner angeht: Hast du dir den oben verlinkten Artikel mal durchgelesen? HMS-Karabiner sind nicht für Stürze ausgelegt und sie halten die eingeprägten Längs- und Schnapper-Offen-Kräfte nur, wenn sie sehr nah am Schenkel belastet werden (so werden sie geprüft). Das kannst du bei einem Sturz aber nicht garantieren. Mir ging es hier gar nicht so sehr darum, HMS-Karabiner als Leash-Sicherung zu verteufeln, sondern vielmehr um das verfehlte blinde Vertrauen in die Dinger, weil sie ja ach so groß und stabil aussehen und da ja auch große Kräfte draufgeprägt sind und der Hersteller ja genau weiß, was er da draufschreibt - Unfälle und Tests haben gezeigt, daß man sich auf die Herstellerangaben mitnichten verlassen kann, da sie nur im engen (und praxisfernen) Rahmen der Prüfnormen gelten.

Was die Ringe angeht: Ich würde meinen Stahlring aus meinem Slackline-Tools-Set nehmen. Ich versuch zur Zeit auch noch über andere Quellen an die Ringe zu kommen, was offizielles kann ich derzeit aber nicht nennen, da mußt du mal selbst recherchieren.
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