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selbst gebauter Baumschutz

Allgemeines, Dies und Das zum Thema Slackline

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selbst gebauter Baumschutz

Postby Damon » 27.02.2010, 23:58

hiho

bei mir ist grad endlich wieder echt gutes wetter und da hab ich mir gedacht, ich geh mal wieder slacken ( nach der winterpause), nur hab ich da a bissle nen schlechtes gewissen. es geht um den baumschutz... ich weis des isch hier nen heikles thema.
ich möcht hier au den baumschutz nich in frage stellen, ich find sowas ist echt wichtig.

also die sache isch die. ich selber hab keinen baumschutz und bin grad dabei mir einen zu bastel, oder besser gesagt ich überleg was ich nehmen soll.
Klar einfach so nen teil bestellen wär wohl die einfachste lösung, aber da wäre zum einen der preis:
klar ein baum isch mehr wert als nen paar Euro, aber mal im ernst ich find 15-20€ für so nen fetzten stoff a bissle viel und wenns nen teppich für 2-3€ auch macht, warum dann nich den.
und dann noch des material: ich persönlich kann mir nicht vorstellen wie 2 schaumstoffpads oder eine rolle stoff den baum so viel mehr schützen können.
ok der druck wird etwas verteil un die reibung verringert werdet ihr sagen, aber ich weis nich.
1. wer sagt mir, das der baumschutz nicht noch mehr am baum reibt als meine line?
2. und wird der druck echt merklich verteilt? ich mein auf die line können locker mal 5-8kN kraft einwirken und mit nem sotfffetzen von nen paar mm zwischen line und baum vergrößert sich die fläche doch nicht so arg oder?

also ich hab schon von vielen methoden gehöhrt:
1. gar nichts: klar des schlechteste, wobei ich (leider aus erfahrung) sagen muss, das diese methode, ironischer weise, für die line schädlicher ist als für den baum ( ok, übers kambium kann ich jetzt nix sagen)
2. nen fetzen stoff: seh ich persönlich nich viel besser als 1. an. da gewinnste vlt 1 cm mehr fläche, das wären bei mir dann zwar stattliche 20% mehr, aber reichen diese 20% bei 8 kN (sprung), wenn andscheinend 5 kN ( stand) ohne schutz des kambium killen.
also im endefekkt wir da nur deine line vor der rinde geschützt und bleibt sauber und reib an ner flacheren unterfläche = weniger abrieb.
3. diese plastikpads: da seh ich die druckverteilung scho besser an, einfach weil die dinger stabiler sin, aber da isch des problem, das man nur 2 stellen pro baum schützen kann und meines erachten auf mind. 80% der fläche des baums die kraft einwirkt.
4. hochseilgartenmethode: ich hab gehört die machen noch holzstäbe rein und des soll die beste methode sein, des einzige mancko da is wahrscheinlich der aufbau.
5.ach und eins muss ich noch sagen: hab mal nen katalog als baumschutz gesehn. mal im ernst: einen baum töten um den anderen zu schützen??

so, des sin glaub alle methoden die ich kenn ( und miene meinungen dazu)
ihr könnt mich da gerne berichtigen, ihr scheint ja alle viel mehr ahnung davon zu haben^^

ok, ich endschuldige mich hier numal kurz dafür, dass ich so viel geschrieben hab.... sry
und eine sache muss ich noch loswerden:
ich hab mich hier mal im forum nen bissle umgeschaut und weis wie kritisch die baumschutzfrage isch und ich weis, das manche leute als scheinheilich beschimpft wurden.
aber ich finde es ehrlich gesagt scheinheimlich einen baumschutz, der nix bringt, zu benutzen um dann zu sagen, man kümmert sich um bäume.
darum auch dieser tread.
WOHER WEIS ICH DAS MEIN BAUMSCHUTZ WAS BRINGT, ODER NICHT?

und bitte jetzt nicht sagen: lieber nen schlechter baumschutz als gar keiner. weil wen ich den baum egal ob mit oder ohne baumschutz kill (weil er evtl. nix bringt) warum sollte ich dann nen baumschutz benutzen (und wenn ich ihn kauf 115 € zum fenster rauswerfen)

ok, ich hoff ich habs so formuliert, dass sich hier niemand aufregt. und ich hoff das ihr mir mit meinem problem helfen könnt.
vielen dank jetzt schon
Damon
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Re: selbst gebauter Baumschutz

Postby Meecrob » 01.03.2010, 22:00

die sache ist vor allem der abrieb. damit beschädigst du die borke/rinde auf jeden fall auf dauer.
das du mit einem teppich nicht signifikant die druckfläche erhöhst ist klar. von daher auf breite baumschlingen achten und im extrem besorgten fall die variante nummer 4 anwenden.
da du den baum auf keinen fall mit etwas mehr schädigst als ohne was ist klar, also klemm wenigstens was an die vorderen stellen, wo die baumschlingen sich bewegen.
alles andere steht schon irgendwo.
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Re: selbst gebauter Baumschutz

Postby Damon » 01.03.2010, 23:17

die reibung ist ehrlich gesagt die sache, die ich beim buamschutz nich so ganz versteh.
hab ihr einmal ohne baumschutz geslackt? ich sprech da leider aus erfahrung...
und bis jetzt hab ich da echt noch nix gemerkt, ich hab da extra voher und nacher genau hingeschaut.
des einzige was weg war, war dieses mooszeugs oder so anderes zeugs (pilze?) und soweit ich weis gehört des nicht zum baum, vlt hilfts wegen sympiose, aber ein 5cm breiter ring wo des fehlt fällt glaub ich bei nem 20m Baum nicht ins gewicht.
also bleibt doch nur die borke als problem und da isch es ja net so, das die borke die ganze reibung ertragen muss, die line erfährt ja die selbe kraft. also, ich kenn mich in physik echt nich so aus, aber wen 2 körper aneinander reiben, dann gibt doch der schwächere nach, wie bei ner feile, da isch es ja gewollt und wenn ich meine slackline anschau, dann is klar, das die schwächer isch.

also komm ich zu der schlussfolgerung, das ein baumschutz nicht (wie er sollte) den baum schützt, sondern die slackline.

also ich weis nich an was für bäumen ihr slackt, aber ich find meine sehen sehr stabil aus und ich trau denen au ziemlich was zu. auch wenn ne slackline mit bis zu 8kN auf den baum wirkt, der is so stabil, da passiert doch nix.
und langfristige schädigungen sin erstens nich bewiesen und zweitens hat der baum, bei mir jedenfalls, nach 1h slacken mind. 23h pause, des reicht doch, damit der sich regeneriert, oder nicht?

also wenn nen baum nen autocras oder nen kleinen sturm überlebt, warum soll er dann an ner slackline sterben?
Damon
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Re: selbst gebauter Baumschutz

Postby seflue » 02.03.2010, 01:48

Sterben wird ein Baum von einer Slackline nicht, zumindest, wenns kein Bäumchen mit <30cm Stammdurchmesser ist. Das Problem ist einerseits, wie Meecrob schon gesagt hat, der Abrieb. Das ist auch eine Geschichte, die nicht von einmal Slacken an einem Baum sichtbar wird. Wird ein Baum aber regelmäßig immer wieder auf der gleichen Höhe ohne Baumschutz beslackt, wird der Abrieb sichtbar. Mit der Zeit schafft das Angriffstellen, wo Pilze und Schädlinge in die Borke eindringen können, die dem Baum auf Dauer schaden können.
Ein zweiter Aspekt ist die Außenwirkung. Gerade in öffentlichen Parks macht es einfach einen anderen Eindruck, wenn du was unter deine Baumschlingen drunterlegst. Es signalisiert "Ich möchte keine Spuren hinterlassen." - das ist wichtig für die Argumentation gegenüber Naturschützern und Parkverwaltungen. Es gibt schon einige Städte und Parks in Deutschland wo das Slacken von offizieller Seite nicht gern gesehen wird oder gar verboten ist. Man muß den verantwortlichen Stellen nicht auch noch zusätzliche Munition liefern.

Was die Druckverteilung angeht: da gibt es nur zwei Dinge, die helfen. Weiche Rundschlingen, die man mit größtmöglicher Fläche am Baum anbringt und die erwähnten Holzleisten a la Hochseilgarten. Über deren Sinn und Notwendigkeit kann man sich sicher streiten.

Ich bin selbst kein Botaniker, hab mich aber mal versucht, zum Thema Kambium ein bißchen schlau zu machen. Alles, was ich bis jetzt herausfinden konnte, ist, daß das Kambium ausschließlich für das Dickenwachstum des Baumes zuständig ist. Es bildet nach außen die Borke (durch das sogenannte Korkkambium) und nach innen das Splintholz aus. Innerhalb des Splintholzes befinden sich dann die eigentlichen Leiterbahnen, die für den Wassertransport zuständig sind, das sogenannte Xylem.
Das Kambium selbst scheint mir jedenfalls nicht sonderlich empfindlich zu sein. Wenn ich nicht etwas total falsch verstanden habe, so ist es einfach eine Zellschicht, wo sich die Zellen ständig teilen und neue gebildet werden (deshalb "Wachstumsschicht"). Wenn die Rinde über einen abgesägten Ast wuchert, so ist auch hier das Kambium die treibende Kraft.
Nährstoffe werden im Außenbereich im sogenanneten Pholem transportiert. Dieser Transport findet aber in so kleinen Strukturen statt (quasi auf Molekularebene), daß ich mir nur schwer vorstellen kann, daß dieses Gewebe durch temporären Druck von außen zerstört werden könnte.

Nichts genaues weiß man nicht, aber ich werde mich auf jeden Fall weiter schlau machen. Ja, Bäume sind robust, aber es gilt auch, daß ein konventioneller Baumschutz die Rinde zuverlässig vor Abrieb schützt (was das Weglassen dieses nicht tut, gerade bei Jumplines) und wir als "Baumnutzer" die Außenwirkung nie außer Acht lassen sollten.
Die Bäume sind der Grundpfeiler unseres Sports - für uns Slackliner ist ihre Unversehrtheit daher essenziell.
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Re: selbst gebauter Baumschutz

Postby Der_Ho » 02.03.2010, 11:23

Ich finde es schade, dass wir hier alles mindestens zweimal schreiben müssen. Leute: Wenn Ihr in Euren bisherigen Slackerfahrungen immer nur auf einer Sorte Baum unterwegs wart oder immer nur 1'' gelaufen seid, ohne jemals zu springen (und damit die Slackline am Baum gerieben habt), oder keine Ahnung von physikalischen Abläufen habt, warum stellt Ihr dann Vermutungen in den Raum über Sachen, die Ihr gar nicht wissen könnt? :oops: Lest doch mal alles durch, denkt kurz nach und stellt dann Fragen - das hilft und spart Arbeit. :idea:

Und das, nachdem wir hier schon Monate und Jahre darüber diskutieren und teilweise echt patente Leute am Start haben. Mannomann. Seflue, ich bewundere Deine Geduld und danke Dir, dass Du das Thema nochmal so gut zusammengefasst hast. :wink:

Wenn ich in Esslingen in einem unserer Parks jemanden ohne Baum(-abrieb-)schutz erwische, dann bau ich die Line ab. Denn in Esslingen (vielleicht ist hier die Physik auf den Kopf gestellt, die Bäume weicher oder die Slacklines härter) gibt es bereits sichtbare Abriebspuren an einigen Bäumen, an denen regelmässig Slacker sind. Und ich dulde es nicht, dass wir dem Grünflächenamt auch nur einen einzigen Grund in die Hände spielen, uns unseren Sport zu verbieten.
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Re: selbst gebauter Baumschutz

Postby Damon » 02.03.2010, 14:04

also erstmal zu meiner verteidigung:
ich hab mich voher scho über baumschutz informiert und in bio war ich auch nich so schlecht, also die theorie versteh ich ja schon.
ich hab auch viele der artickel hier im forum gelesen, aber die leifen miestens auf geflame raus oder einfach auf: baumschutz is besser als nix und alles kann baumschutz sein.

aber ich kann mir nich vorstellen, wenn ich zB ne andere (natürlich nicht belastete) slackline als baumschutz benutz, des was helfen soll.

und dieses argument, man soll baumschutz benutzen, damit man sagen kann man kümmert sich um bäume find ich persönlich nicht ehrlich.
klar es sieht vorbildlicher aus, aber für mich is des a bissle nen betrug.

ok ich leb in ner kleinen stadt, ohne park, da hab ich kein problem mit ordnungshütern welche keine ahnung vom slacken ham und es glei verteufeln, deshalb ich versteh auch, das ihr in parks des benutzt.
aber im auto schnallt ihr euch ja auch nich an und zieht dann nen helm auf, oder doch?
ich hätt halt irgendwie mal ne richtig konkrete und vor allem durch nen test oder so bewiesene aussage über den zweck von baumschutz.

auf jeden fall hilft und schützt der baumschutz den baum, aber ist die gefahr einer slackline wirklich so hoch, dass sie den baum gefärden kann?
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Re: selbst gebauter Baumschutz

Postby seflue » 02.03.2010, 14:25

Wer hat denn was von 'ner unbelasteten Slackline als Baumschutz gesagt? Ein breiter Teppich- oder Filzstreifen ist ein adequater Baumschutz, der gegen Abrieb schützt. Daß ohne Baumschutz Abrieb an den Bäumen stattfindet, dafür brauchst du keinen "Beweis" - dafür muß man sich einfach nur häufig ohne Baumschutz beslackte Bäume anschauen bzw. einfach mal bissel logisch überlegen. Nur weil noch kein Baum an einer Slackline gestorben ist, gibt es keinen Grund, Abriebschutz für die Rinde beim Slacken in Frage zu stellen. Das hat einfach ein bißchen was mit Weitblick, sowohl auf den Zustand der Bäume als auch auf die Zukunft des Sports, zu tun.

Deinen komischen Autovergleich hab ich nicht verstanden. Ja, ich schnall mich im Auto an, nein, ich setz keinen Helm auf - aber was hat das mit Slacklinen und Baumschutz zu tun?
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