Fast pünktlich zur Aufnahme in den Shop ist nun auch der komplette Bericht fertig.
In einer Zeit, in welcher der Markt von neuen Slacklineanbietern und entsprechenden Maßen an neuen Produkten überflutet wird, ist es an den etablierten Herstellern den Kampf aufzunehmen und den Neulingen zu zeigen, warum diese Unternehmer da sind, wo sie sich heute befinden.
„Slackliner.de“ darf sich wohl in die Reihe der klassischen Anbieter stellen, der durch Qualität zu einem fairen Preis stets zu überzeugen wusste.
Zur beginnenden Saison beschert Michael uns nun ein neues Produkt – die Sigma-Slackline. Er erzählte mir von dem gigantischem Aufwand der Entwicklung und wie viel Herzblut und Leidenschaft er für die Erweiterung seiner Produktpalette geopfert hatte.
Nicht nur dies, sondern auch sein Engagement für den Sport rechtfertigen den nun folgenden Test des neuen Bandes. Wir dürfen gespannt sein, ob die Line die Summe aus all dem was wir uns wünschen ist.
Der erste Eindruck
Durchtrennt man voller Erwartungen das Klebeband und klappt dann die Seitenteile des schnöden braunen Kartons zur Seite, wird der Blick magisch von dem leuchtendem Rot des Bandes angezogen, welches schwarz umsäumt ist. Die Line wirkt aufgrund dieser Gestaltung sehr edel und wertig, was sich nach den ersten haptischen Tests, dem neugierigem Tasten und zartem Streicheln der Fingerkuppen über die feine Webung, noch verstärkt. Die ordentlich vernähte, schwarze Schlaufe, ein großer Pluspunkt in Sachen Praktabilität, unterstreicht die hohe und zudem gewohnte Qualität von „Slackliner.de“.
Der erste Praxistest
Doch was nützt einem schöner Schein? -Auf die praktischen Werte kommt es an!
Das Band wurde auf die volle Länge von 15m Metern mit einer kleinen Ratsche gespannt, wie sie auch in dem angebotenem Set Verwendung findet. Gespannt wurde bis zur Grenze des Machbaren. Das Band sollte nun ordentlich hart sein, so dachte ich zumindest, bis ich Aufstieg. Tatsächlich war es weich und bat einen guten Flex, verdankend der hohen Dehnbarkeit des Bandes. Das Gefühl der Überraschung schwand dann einem Anderen, der Emotion der Freude. Der Freude darüber, eine Line unter den Füßen zu haben, die sich unglaublich weich geht und fast schon ein Bandgefühl, dem Longlinen ähnlich, auf einer Distanz von nur 15 simplen Metern bietet.
Was hier aber für die slack laufenden Sportler einen positiven Punkt darstellt, erweist sich für einen Anfänger eher als suboptimal für den Einstieg, lernt man doch am leichtestem auf einer sehr straffen Line.
Abgerundet wurde die erste praktische Erprobung durch eine Barfuß-Begehung. Vor Allem bei einer Breite von 25mm, wie sie uns bei diesem Testmuster vorlag, verderben raue Kanten schnell den Spaß an der Sache. Dies war hier allerdings nicht der Fall, erwies sich die Line doch als geschmeidig unter den Füßen.
Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Band sind durchweg positiv. Doch wie steht es nun tatsächlich mit der Tauglichkeit für Anfänger, ist das Band als Trickline und Jumpline geeignet?
Fragen über Fragen, die noch geklärt werden wollen.
Der zweite Praxistest
Bei dieser Untersuchung konnten wir uns gezielteren Fragen widmen, da der rudimentäre Bereich bereits durch ein erstes Examen abgedeckt wurde.
Zuerst wollten wir wissen, wie es sich denn nun mit den Anfängern verhielt. Also forderten wir Verstärkung in Form von zwei netten Mädchen an, die bis zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Berührung mit dem Slacken hatten. Gespannt wurde das Band dieses Mal auf eine Länge von 7 Metern mit der Kraft einer Langhebelratsche um den beiden Anfängerinnen den Start einfacher zu gestalten. Wieder bewies das Band seinen unglaublichen Flex. Nachdem unsere Testkandidaten von der Sigma gekostet hatten spannten wir zum Vergleich das „alte“ Slackliner.de Band 15m/35mm!. Nach den ersten zittrigen Versuchen fragten wir sie nun nach ihrer Meinung. Zwar sagte ihnen die Breite von 35mm mehr zu, weil sie sich darauf sicherer fühlten, allerdings bevorzugten sie das Feeling der Sigma. In der Tat konnten wir feststellen, dass die zaghaften Schritte auf dem breiterem Band selbstbewusster erfolgten, doch die Freude auf der Sigma machte dies locker wett.
Wieder einen Punkt auf unserer Liste abgehakt, widmeten wir uns mit Spannung dem Versuchsaufbau einer Trickline. Viel gibt es dazu nicht zu sagen, außer dass es einwandfrei funktioniert und wir problemlos unser, leider kleines, Repertoire an Tricks abspulen konnten. Auch hier kommt einem der Flex zu gute, der den Slacker insbesondere bei Drehungen schön nach oben federt.
Aufgrund der hohen Dehnung, waren wir bei unserer nächsten Erprobung, der Tauglichkeit als Jumpline, bereits Voreingenommen und zweifelten daran, dass dieser Versuch anstandslos bestanden werden würde. Und in der Tat, bereits beim Spannen hatten wir unsere Mühe das Band richtig straff zu kriegen um einen schönen Trampolin-Effekt zu erzielen. Was beim Gehen durch den Flex ein einzigartiges Gefühl erzeugt, stellt sich bei einer Jumpline als Problem da, denn zu viel Dehnung ist nicht optimal. Springen konnte man dennoch gut, allerdings mit der Einschränkung, dass man das Gefühl hat, das Band würde einem an den Füßen kleben.
Langsam nähert sich der Test nun dem Ende und an dieser Stelle möchten wir noch darstellen welche Disziplin uns an diesem Band besonders gefallen hat – die Tauglichkeit zur Surfline. Hier erlebten wir eine wahrhaft große Überraschung, vermochten wir es doch uns auf dem Sigma deutlich länger zu halten als auf unseren Referenzbändern, trotz eher leicht ausgeprägten Fähigkeiten in dieser Fachrichtung. Eine gelungene Überraschung, die zugleich für ein dickes Plus sorgte.
Fazit
Eins gleich Vorweg, so wenig wie es ein Perpetuum Mobile und die Eierlegendewollmilchsau gibt, genauso wenig kann es auch nicht die perfekte Slackline geben.
Aber zumindest kann man sich diesem Anspruch annähern, beziehungsweise stark annähern, wenn wir unsere Ergebnisse im Rückblick zusammenfassend betrachten. Die Stärke von Slackliner.de bestand bereits in den vorherigen Produkten aus einem kompromisslosen Allroundband, das jeden zufrieden stellen und die Freude am Slacken widerspiegeln sollte.
Mit dem neuem Sigma greift Michael genau an diesem Punkt an und beweist wieder einmal, wer der Platzhirsch auf diesem Gebiet ist, aber zudem auch welches Entwicklungspotential noch vorhanden ist und ausgeschöpft werden möchte.
Für uns ist das Band nahezu perfekt, trotz kleinere Abstriche in der Jumpline-Tauglichkeit. Auf jeden Fall hat es einen festen Platz in unserem Equipment gesichert und ist zudem unsere erste Wahl, wenn es einem um das pure Laufgefühl auf kurzer Distanz geht.
Sigma, die Summe aus Leidenschaft, Erfahrung und der puren Freude an unserem Sport.
Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, habt ihr auch Freude an dem Band?



