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Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Wie spannt man am entspanntesten eine Line?

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Beiträge insgesamt: 12772 • Seite 1 von 7 • 1, 2, 3, 4, 5 ... 7

Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon bertiger » 10.03.2009, 19:57

Hallo Leute,
ich mache mal einen neuen Tread auf, zum Thema Flaschenzug gibt es ja anscheind nicht genug.
seflue hat geschrieben:Ok, Einkaufsliste ... hab das zwar sicher so schon öfters in den einschlägigen Foren gepostet, nebenbei gibt es auch noch die Ur-Version als PDF, daß Stefan von den Landcruisern geschrieben hat. Aber ich will mal nicht so sein.

Bei den Rollen hast du Glück, es gibt die Camp-Doppelrollen mittlerweile in einer kugelgelagerten Version beim Globetrotter. Kosten zwar doppelt soviel wie die mit Schleiflager, aber Kugellager ist einfach mal viel besser, da viel effizienter, resistent gegen Dreck usw.
Dazu brauchst du ca. 30m Statikseil. Kannst du dir für teuer Geld beim Globi holen (ca. 2€ den Meter) oder billiger z.B. bei http://www.ropemen.de. Bei letzterem kannst du auch gleich das Grigri bestellen, was du noch brauchst. Kostet sonst 70€, dort kriegst du's für unter 60€.
Dann noch 3 Edelstahlschäkel in ausreichender Dimension (ca. 11000kg Bruchlast). Gibts z.B. bei Carl Stahl, sind dort aber ziemlich teuer (17€ das Stück). Irgendjemand hatte im Ösiforum jetzt mal 'nen Link von so 'nem Segelshop gepostet, da waren die Dinger deutlich günstiger. Edelstahlschäkel deshalb, weil die normalen verzinkten Schäkel nicht auf die Camp-Rollen passen. Außerdem sehen sie schöner aus. ;)
Dazu noch 2 Linelocker (Materialmindestdurchmesser 10mm), sollten auf jeden Fall sauber verschliffen sein, sonst killst du dir das Band. Die Kräfte in 'ner Longline sind nicht zu unterschätzen. Empfehlenswert ist es, das Band noch in Rundschlingenhülle einzupacken, bei 80m muß das aber noch nicht sein.
Zu guter Letzt noch 3 Stahlkarabiner (Camp Verbinder, 5€ bei Globetrotter), sowie eine Prusikschlinge und eine Einfachrolle für Potenzflaschenzug (z.B. Edelrid Turn, gibts sowohl beim Globi als auch bei Ropemen). Hab ich irgendwas vergessen? Ach ja, die entsprechende Anzahl an Rundschlingen solltest du vorrätig haben. Bei 80m mußt du evtl. 2x unterpotenzieren (wenn du nicht genug Leute zum ziehen hast). Für den zweiten Potenzflaschenzug reicht Prusikschlinge und zwei Karabiner, aber du brauchst insgesamt 4 Rundschlingen (3, wenn du nur einmal unterpotenzierst).
Summa summarum rechne mit 'ner Investition von ca. 300€. Wenn du schon ein Grigri dein eigen nennst, wirds 'n Stück günstiger.


Danke Dir nochmals.
300 €, das ist schon was.

Sagt mal wer kann uns denn mal etwas erzählen was der Slackjack von Slackdaddy kann? http://slackline.net/?page_id=10&category=2

Wie funktioniert das? Hat mal jemand eine Zeichnung oder sowas? Ich hab das so verstanden, das das Ding auch selbst klemmt???

Wieviel m kann man damit spannen? Ist es ne alternative zu den genannten Flaschenzügen?
Für mich als Laie sieht es sehr interessant aus und klein und leicht zu handhaben.

Hoffe hier kann jemand Licht ins dunkeln bringen

Danke
Bert
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon Luser » 11.03.2009, 13:04

Servus,

Ist aber nicht wirklich mit dem von seflue beschriebenem zu vergleichen.
Ist eher ein besser Ellington-Flaschenzug, glaub ich zumindest.
Bei einem Rollenflaschenzug hast du viel mehr Kraft da die Reibung nur minimal ist und die Übersetzung meist größer.
Kommt aber auf den verwendungszweck an.

Gruß Manuel
Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont.
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon seflue » 11.03.2009, 18:30

Also ich selbst hab so einen Slackjack noch nicht in der Hand gehabt. Dürfte hier in Deutschland auch nur eine Hand voll Leute geben, die das Ding besitzen. Die Frage würde dir im Forum von slackline.com wohl viel schneller und besser beantwortet werden. So wie ich das sehe, ist das Ding im Prinzip wie ein Ellington, nur mit etwas weniger Reibung (nicht so viel selbstabklemmende Elemente, keine/wenige Band-auf-Band-Reibung). Nichtdestotrotz ist es trotzdem mit viel mehr Reibung behaftet als ein Rollenflaschenzug und wie Luser schon geschrieben hat für Longlines wohl kaum geeignet. Wenn du erstmal 'ne Longline selbst aufgebaut hast, dann hast du ungefähr ein Gefühl, welche Kraft nötig ist, um so eine lange Leine straff zu bekommen. Und diese Kraft ist gewaltig.
Die rein theoretische Übersetzung eines Systems sagt halt noch gar nichts darüber aus, wieviel dir das System wirklich an Kraftersparnis einbringt. Von den 15:1, die ein mit Karabinern unterpotenzierter Ellington an theroetischer Übersetzung bietet, bleibt dir in der Praxis durch die ganze Reibung grad mal vielleicht 3:1 übrig. Dieser Verlust ist bei 'nem Rollenflaschenzug um Größenordnungen geringer.

Nochmal allgemein: Longlinen ist eine Materialschlacht und deswegen (im Vergleich zum normalen Slacklinen) nicht ganz billig (beim Highlinen siehts übrigens ähnlich aus, auch wenn dort der Schwerpunkt der Kosten etwas anders liegt).
Das lange Band ist echt noch das billigste an der ganzen Geschichte. Aber ob du nun einen Rollenflaschenzug oder 'nen guten Kettenzug kaufst, beides kostet ordentlich Geld. Wenn man davon nicht soviel ausgeben will, kann man natürlich immer improvisieren (mit Ratsche potenzierter Ellington + Entspannsystem a.k.a. Köbeszug), was aber auf Kosten der Zeit geht, die man für den Aufbau braucht. Wenn man also öfters Longlinen gehen möchte, lohnt sich die Investition in ordentliches Material, da man einfach keinen Bock hat, jedesmal über 2 Stunden mit dem Aufbau beschäftigt zu sein.

Ach ja, weil immer wieder danach gefragt wird: Hier der Link zum Powerpull-PDF von Stefan: http://www.slackfest.de/docs/Powerpull_www.slackfest.de.pdf
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon eisenfinger » 11.03.2009, 23:09

Hallo Leute, auch von mir danke. Für mich ist es auch sehr interessant und spannend.
Den slackjack habe ich mir eben mal bestellt, mal sehen wann er kommt.

Diese Anleitung vom powerpull und die Einkaufsliste ist sehr gut gelungen, auch wenn man einige Teile viel günstiger bekommen kann. Ich lasse mal meine Kontakte spielen und dann ggf. Hier anbieten, falls Bedarf bestehen sollte. Dauert aber ne Weile.

Zu der Anleitung: auf Seite 3 das erste Bild. Ich würde keinen Linelocker verwenden sondern eher eine kleine Ratsche mit Bruchlast 3t.
Vorteile hier sehe ich im größerem Radius (bruchlastminderung) und Mann kann die Leine recht gut vorspannen!

Grüße Michael
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon seflue » 12.03.2009, 02:06

Naja, Problem bei einer Ratsche ist, daß sie erstens immer ordentlich was wiegt (im Vergleich zum Linelocker) und zweitens das System noch komplexer macht. 3t Bruchlast bei so einem filigranen Metallteil wie einer Ratsche wäre mir in 'ner Longline auch zu wenig. Bei Längen, wo die Bruchlastreduktion durch Linelocker (geschliffen und entgratet) eine Rolle spielt, würde ich gar keine Teile im Hauptlaststrang hinter der Leine einsetzen, die 3t (und weniger) Bruchlast haben. Leine = schwächstes Glied (ich nutze Band mit 3,1t Bruchlast).
Inzwischen sind mehrere Ansätze ausprobiert worden, um die Bruchlastreduktion zu vermindern. Am verbreitetsten ist die Methode, die Leine in Schlauchband (z.B. Rundschlingenhülle) einzupacken. Das schont schonmal ordentlich das Band. Verbessert werden kann es, indem man das Band an der Bolzenseite des Schäkels befestigt (Leine wird nicht zwischen Linelocker und Anschlagpunkt abgequetscht). Die Amis nehmen dazu zwei Stahlringe, ich hab (in Ermangelung von Stahlringen) mir eine Aufhängeöse gekauft (quasi ein riesiger Linelocker), die auf dem Schäkel aufliegt. Alternativ kann man auch einfach einen Schäkelbolzen benutzen (siehe slackline.at-Forum), allerdings ist das eher provisorisch. Ein extra angefertigter Bolzen ist wohl besser (gibts wohl auch schon, AustriaAlpin hat sowas im Programm - weiß aber nicht was das kostet).
Bestechendste Variante ist allerdings eine groß dimensionierte Slackdog-Variante. Einfach mal im slackline.at-Forum nach Slackbanane suchen.

@Eisenfinger: Welche Komponenten sind denn günstiger zu bekommen? Bei den Stahlgeschichten läßt sich sicher was machen (Schäkel). Bei den Rollen seh ich nicht so viel Spielraum. Gute Rollen kosten - diesseits des Atlantiks etwas mehr als jenseits, aber 50€ ist echt das günstigste, was ich im kugelgelagerten Bereich gesehen hab (und nicht das beste).
Statikseil - naja, direkt vom Hersteller gehts vielleicht billiger, aber von einem Edelrid-Werksverkauf weiß ich nix. ;)
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon eisenfinger » 12.03.2009, 19:51

Nun, es gibt mit Sicherheit einige Ansätze um die Bruchlastreduktion speziell durch Linelocker zu begegnen.

Meine, relativ einfache ist eben das mit der Ratsche. Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht und die genannten Vorteile sind m.E. unschlagbar ( vorspannen, Radiusvergrößern )

Die Slackdogs, Bananen und dergleichen halte ich persönlich für spielerei für und von Technikverliebte. Eine Ratsche hat ja fast jeder.
Den Einwand von filigran und "nur" 3t Bruchlast der Ratsche halte ich für hinkend. Wer spannt schon eine Longleine mit 3t? Wenn das überhaupt jemand hinbekommt.

Zum Thema günstiger:
Ich denke und bin davon überzeugt, das man sich kugelgelagerte Rollen anfertigen lassen kann, die das selbe können und wesentlich günstiger sind. Nächste Woche kümmer ich mich um dieses Thema.
Ist natürlich immer eine Frage der Menge.

Grüße
Michael
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon seflue » 12.03.2009, 20:44

Gut, wenn es ums Anfertigen von Rollen geht, dann ist man wirklich auf sehr spezielle Connections angewiesen. Dann sollte aber auch das Anfertigen von Slackbananen kein Problem sein.
Was die Bruchlasten angeht: Natürlich spannst du die Longline nicht mit 3 Tonnen vor. Aber bei sehr langen Leinen sind 1.5 durchaus drin. Wenn man sich anschaut, wieviel Gesamtkraft im System steckt sollte man sich schon sehr genau überlegen, was man für Material einsetzt.
Mal 'ne ganz konkrete Frage: In welchen Größenordnungen hast du denn schon Erfahrung mit der Ratschenkonstruktion gemacht? Also wie lang waren die Leinen und welche Länge bist du selbst gelaufen?
Ansich find ich die Idee mit der Ratsche nicht ganz doof, sie ist recht pragmatisch und man kann sie wie ein Slackdog benutzen (vorspannen). Nur weiß ich halt auch, daß sich Zusatzgewicht am Leinenende des Flaschenzuges schon recht deutlich bemerkbar macht, vor allem am Anfang des gegenüberliegenden Drittels der Leine (wenn man vom Flaschenzug wegläuft). Wenn man zum Flaschenzug hinläuft ist es auch der Beginn des letzten Drittels. Hängt einfach mit der Ermüdung zusammen (Resonanzpunkte gibt es zwei).
Und für richtig lange Leinen, wo die Bruchlastreduktion beim Linelocker relevant ist, wäre mir 'ne Ratsche mit 3t Bruchlast definitiv zu schwach. Bin sowas selbst noch nicht gelaufen (derzeitig längste selbst gespannte und gelaufene Leine ist knapp 90m), hab aber das nötige Material da und werde mich in der kommenden Saison langsam aber sicher in den dreistelligen Bereich vortasten.
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