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Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Wie spannt man am entspanntesten eine Line?

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Beiträge insgesamt: 13409 • Seite 4 von 7 • 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon Crazy_AT » 14.03.2009, 22:28

Ich erwähnte die Rollen? Und den Rucksack kann man an dem A-Frame festmachen.
Dein Problem ist, dass du eine eierlegende Wollmilchsau suchst. Und zwar nicht irgendeine, die Eier, Wolle, Milch und Fleisch gibt, sondern sie muss dir auch noch gefallen.
Eine Universallösung gibts wahrscheinlich nicht. Man jann aber versuchen, jedes Problem für sich zu lösen. Und manchmal löst die eine Problemlösung auch die neuen Probleme, die bei einer anderen Lösung als Nebenwirkungen dabei waren.
Du willst eine Longline ohne große Anstrengung spannen.
Die Line soll keine zusätzlichen Schwingungen durch das Spannelement bekommen (z.B. durch schwere frei schwingende Teile)
Außerdem soll das ganze System so klein und leicht wie möglich sein.
Und schließlich akzeptierst du keine Ideen außer deinen eigenen.

Ich arbeite als Betriebshandwerker. Ich muss mir alle paar Tage irgendwelche Unmöglichkeiten einfallen lassen, wie etwas funktionieren kann, dass eigentlich nicht funktionieren kann. Ich kann dir einige Ideen anbieten und ich weiss, dass sie funktionieren. Wenn dir funktionierende Ideen nicht gefallen, dann kann ich nicht helfen.
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon seflue » 15.03.2009, 00:07

Also jetzt fühl dich bitte nicht so angegangen. Erstens habe ich nach keinen Ideen verlangt, sondern nur mein Wissen und meine bisherige (bescheidene, da noch relativ junge) Erfahrung zu Longlines gepostet, weil konkret zum Thema gefragt wurde.
Die Ideen, auf denen mein Wissen basiert, sind jedoch nicht meine, sondern sind fast ausschließlich den Köpfen von Leuten entsprungen, die schon wesentlich länger slacklinen als ich und auch deutlich mehr Erfahrung mit anspruchsvollen Aufbauten haben, konkret Long- und Highlines.
Nun hab ich aber auch schon meine persönliche Erfahrung gemacht und was soll ich sagen - es deckt sich ziemlich mit dem, was mir die erfahrenen Longliner mitgeteilt haben.
Und nein, ich suche nach keiner Problemlösung für das krasse Schwingen in der Leine, das wohnt ihr bei großen Längen einfach inne. Aber ich werd keine Ratsche hineinhängen, um dieses Problem zu verstärken.
Diskutiert wurden Ansätze um die Bruchlastreduktion des Bandes am Anschlagpunkt zu reduzieren. Dafür gibt es gute und brauchbare Lösungen und weniger brauchbare. Ich halte die Idee des Slackdog-Prinzips in Form der Slackbananen für eine gute Lösung. Es ist nicht die einzige, es gibt auch pragmatischere, sie sind halt nur nicht so bequem (kein Vorspannen möglich). Slackbananen sind die Deluxe-Lösung und nur für Leute, die das ganze wirklich intensiv und in entsprechend großen Dimensionen betreiben. Ich selbst hab auch noch keine und behelfe mir bei "kurzen" Longlines (um die 50-60m) mit meinem Slackdog.
Die Idee mit der Ratsche ist zwar pragmatisch, aber ich halte sie für keine wirklich gute Lösung, weil sie Probleme an anderer Stelle schafft (bzw. unangenehm verstärkt).
Ich hab jetzt auch schon meinen eigenen Ansatz ausprobiert - einen Riesenlinelocker, der um den Schäkel herumpaßt und auf diesem aufliegt (Bolzenseite). Senkt wunderbar die Bruchlastreduktion, kann nicht verrutschen, hat aber auch das Masseproblem. Heute hab ichs in 'ner 100m-Leine an der Flaschenzugseite verbaut und feststellen müssen, daß dieses halbe Kilo Stahl einfach mal zu viel ist. Beim nächsten mal werde ich es maximal an die Nicht-Spannseite bauen (weil es da kaum stört) und am Flaschenzug 'nen Schäkelbolzen nehmen. Heute hatte ich es genau umgedreht.
Aber zum Schäkelbolzen allgemein: Was soll ich sagen, selbst uneingepacktes Band nur mit ganz leichten Druckstellen, keine Faser kaputt und superbequem aufzubauen. Ziemlich perfekt (halt nur ohne Vorspannungsmöglichkeit).
Dein A-Frame-Vorschlag soll ein Problem lösen was ohne die Ratsche in dieser Form nicht da war (die Resonanz allein durch die Masse des Bandes kann der A-Frame ja auch nicht verschwinden lassen). Davon mal ganz abgesehen müßte es ein gewaltiger A-Frame sein. Stell dir einfach mal vor, du schleppst jedesmal ein über 2m hohes Holzdreieck mit dir rum ... das ist ganz schön viel Aufwand für ziemlich wenig Nutzen. Selbst wenn du mit dem Auto zum Longlinen fährst, ist das Ding ganz schön sperrig. Ich bin in der Regel mit dem Fahrrad unterwegs und krieg das Equipment für eine 100m-Leine ganz gut alleine weg. Es ist ziemlich schwer, aber ich bekomme es weg, auch ohne Kofferraum. ;)

Ich will jetzt nich irgendwie abgehoben rüberkommen oder so. Aber wenn du wirklich sinnvolle Lösungsvorschläge zu Longlines bringen möchtest, beschäftige dich bitte auch mal ein bißchen praktisch damit, sprich, bau mal ein paar von der Sorte auf und geh sie, um ein Gefühl für die Probleme zu bekommen, die sich beim Longlinen ergeben.
Nebenbei ergeben sich auch echt schöne Momente. Für mich hat Longlining das Slacklinen nochmal auf 'ne völlig neue Dimension gehoben. Es lohnt sich also. 8)

PS: Bitte nix persönlich nehmen, es geht mir hier wirklich um eine sachliche Diskussion und den Austausch praktischer Erfahrungen.
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon bertiger » 15.03.2009, 10:52

Viel zu lesen..
Danke ersteinmal. Ich fange mal mit 60m an und gucke mal was mich da erwartet. Freunde haben 50m mit Kettenzug gespannt, sehr niedrig. Das finde ich gut.

So, ich geh slacken. Schönen Sonntag noch bei diesem Jubelwetter :wink:
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon Crazy_AT » 15.03.2009, 11:12

Was haben Lösungen für mechanische Probleme mit der Erfahrung beim Longline-begehen zu tun?
Es stimmt, du hast nicht expizit nach Lösungen für deine Probleme gefragt. Du hast nur von deinen Problemen erzählt. Und davon, dass du keine wirkliche Lösung dafür hast.
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon seflue » 15.03.2009, 11:25

@Crazy_AT: Die "mechanischen" Probleme, wie du sie nennst, existieren nicht isoliert im luftleeren Raum und können also auch nicht isoliert behandelt werden, ohne das Gesamtsystem im Blick zu behalten. Genau dafür ist aber eine gewisse Grunderfahrung notwendig. Ich hab halt das Gefühl, daß dir nicht mal bewußt ist, daß 'ne Longline häufig auf 2m und höher losgeht, sonst hättest du nicht ernsthaft den A-Frame vorgeschlagen. Dazu kommt noch, daß diese Höhe aufgrund unterschiedlicher Geländegegebenheiten massiv variiert.
Was die Masseeinwirkung angeht, so bin ich halt der Meinung, daß man schon mal 'ne lange Leine durchgegangen sein sollte, bevor man altklug daherredet "das gehört halt dazu" oder "stell halt 'nen A-Frame drunter".
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon Crazy_AT » 15.03.2009, 14:53

Okay, mal meine Vorstellung über den Aufbau, auftretende Probleme und dafür vorgesehene Lösungen.
Gegeben sind eine Longline mit 80 bis 100m, eine Spannhöe von ca. 2m (wegen dem Durchhang), Transportmöglichkeit ist zu Fuß oder per Fahrrad. Ach ja, Linelocker würdest du wegen möglicher Bruchlastverminderung vermeiden wollen.
Mein Vorschlag wäre also:
Auf eine Seite der Line wird eine vernähte um ummantelte Schlaufe angebracht. Diese Seite wird am Flaschenzug eingehängt (ob mit oder ohne Schäkel hängt vom Flaschenzug ab).
Die zweite Seite wird mit einer Langhebelratsche ein kleines Stück aufgewickelt, damit keine Linelockerbefestigung nötig wird. Diese Ratsche könnte natürlich zusätzliche Schwingungen ins System bringen. Um das zu vermeiden, baut man von der Ratsche das kurze Bandstück ab und befestigt den Schäkel direkt an der Ratsche. Somit hängt die Ratsche absolut schwingungsfrei.
Auf der anderen Seite können solche Schwingungen nicht ganz so leicht vermieden werden. Insbesondere Schwingungen in Längsrichtung, also Verdrehungen der Line sind nur mit den üblichen Mitteln nicht zu verhindern.
Abhilfe würde ein A-Frame schaffen, der unter der Line steht. Durch die Ausgangsbedingungen müsste der A-Frame entsprechend 2m groß sein, wasTransportprobleme mit sich bringt.
Konstruieren wir erst mal den A-Frame an sich. Höhe ist klar, Also eine Art Zweibein mit einem Querbalken am unteren Ende. Ich würde sogar noch weiter gehen und einen dritten Balken hinzufügen, damit das Ding auch noch von selbst steht, wenn keine Line darauf drückt. Man könnte sogar am oberen Ende eine stabile Rolle einbauen, über die die Line geführt wird. Material egal, Kugellager oder nicht auch egal, Hauptsache die Line läuft nicht über irgendeine Holzkante.
Schwingungen durch die Masse bzw. Beweglichkeit der Flaschenzugteile sind damit ausgeklammert.
Bleibt das Transportproblem, das sich durch den A-Frame verschärft hat.
Lösung: der A-Frame bekommt selbst Rollen und wird entweder wie ein Handwagen gehandhabt oder wie ein Fahrradanhänger. Es ist auch kein Problem, beide Möglichkeiten vorzusehen.
Falls jetzt nicht klar ist, wo die Rollen hin sollen --> ./\
Das wäre sozusagen die Seitenansicht. Der Punkt wäre die Rolle. Der Spannpunkt wäre rechts unten, die Line läuft nach links zum anderen Baum.
Meiner Meinung nach haben wir alle Probleme abgearbeitet. Man kann nämlich in der Tat Probleme voneinander trennen.
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Re: Flaschenzug, Flaschenzug, Slackjack etc

Beitragvon seflue » 15.03.2009, 15:03

Viel Spaß beim Bauen und mach mal ein Foto von der fertigen Longline mit diesem Aufbau.
Tipp: Lauf vorher nochmal bei jemandem anderen 'ne Longline um festzustellen, ob sich der Aufwand mit dem A-Frame wirklich lohnt.
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