Genau am Strand in den Sonnenuntergang zu Slacken!
Doch wie stellt man das an? Es sind ja schließlich keine Bäume da, oder Betonpfosten, nur Sand, nichts als Tonnenweise Sand.
Hey, einen Moment mal, daraus lässt sich doch was machen, oder?
Die Bäume gibt es in den weiten Pinienwäldern der Region Landes, direkt in der Nähe, allerdings hinter der hohen Sanddüne. Das wäre ja auch zu einfach gewesen.
Die Pfosten hätten wir schon Mal, zumindest den Ort wo wir sie her bekommen. Hierbei hatten wir dann aber mehr Glück, denn ein Sturm fegte Im Winter dieses Jahres über die Küste und so mussten wir keine lebenden Bäume schlagen.
Wir konnten uns einfach aus den entwurzelten Nadelbäumen die passenden Stücke heraus sägen: zwei Holzpfosten mit je 2,50m Länge und ca. 20- 30 cm im Durchmesser. Außerdem sind diese Pinienhölzer äußerst zugfest und halten somit sehr hohe Dehnungen aus. Das sägen erwies sich als der leichtere Teil der Arbeit, der Transport über den tiefen, heißen Sand der Düne als erheblich schwieriger und anstrengender. Ein schweißtreibendes Unternehmen bei 35°C in der prallen Sonne.
Aber was tut man nicht alles für sein Slackline-Glück? Genau diese Holzpfosten wollten nämlich auch noch ca. 2m tief in einem 45° Winkel im Sand vergraben werden.
Nachdem die Pfosten in ihre Löcher geschoben worden waren, haben wir weitere Hölzer in Zugrichtung versenkt, mit der Intention, dass diese Konstruktion die bevorstehenden Kräfte aushalten wird. Weil ein Pfosten natürlich nicht reicht, fand der Andere auch noch seinen Weg unter die Sanddecke.
Als die Arbeit endlich erledigt und der Sand fest gestampft war konnten wir endlich die Probe aufs Exempel machen.
Und siehe da!
Die Konstruktion hatte den Belastungen nicht Standgehalten...
Erschöpft und frustriert haben wir dennoch beschlossen einen weiteren Versuch zu wagen.
Die Fehleranalyse hatte ergeben, dass wir die Kerben für die Stützpfeiler lieber hätten lassen sollen.
Aber bekanntlich lernt man aus seinen Fehlern. Eine weitere Fehlerquelle wurde eliminiert, indem wir uns nur Bäume aussuchten, die noch halb in der Luft hingen und somit nicht die Gefahr bestand, dass diese ihre Stabilität bereits durch vermodern am feuchten Waldboden eingebüßt hatten. Eine weitere Optimierung fand auch im Bereich der Abstützung der Pfeiler statt. Anstatt nur eine Stütze in Zugrichtung anzubringen, waren es diesmal zwei. Zusätzlich brachten wir noch eine weitere Sicherung in einem Winkel von 90° zum Hauptpfosten an.
Mit der Hoffnung, dass die hier weitaus größere Oberfläche mehr Druck aushält. Auf dieselbe Weise wurde auch noch der zweite Pfosten in sein sandiges Grab gebettet. Danach war es Zeit für eine weitere Verbesserung, der optimale und rutschfreie Sitz der Rundschlingen erforderte Einkerbungen an den oberen Enden der Pfosten.
Und dieses Mal hielt die Konstruktion den Belastungen stand!
Die Holzpfosten dehnten sich beachtlich, dennoch war kein knarren oder knacken zu hören. Durch die zusätzliche starke Dehnung des Holzes war die Slackline trotz maximaler Spannung sehr weich zu gehen, für Anfänger bedingt zu empfehlen! Erfreulicherweise verdichtete sich der Sand von Tag zu Tag mehr, die Konstruktion gewann deutlich an Festigkeit. Außerdem verstärkte das Wässern, der zugeschütteten Stellen den Effekt. Leichte Sprünge und bouncen ging problemlos, der Aufbau wurde unseren Erwartungen mehr als gerecht.
Die Location ist übrigens das Cap de l'Homey in den Landes Frankreich.
Hier nun noch eine Zusammenfassung der benötigten Materialien:
Slackline-Set
Beil, Säge und Spaten
2 Holzpfosten mit der Länge 2,50m und 20-30cm Durchmesser
6 verästelte Pfosten zum Abstützen
Ausdauer, Kraft und Optimismus
Zum Abschluss lassen wir ein paar Bilder noch tausend Worte sprechen.
Ich hoffe ihr hattet viel Spaß beim Lesen des Berichts



